Energiewende
Atomausstieg (Energiewende) – Das Ende des “Atomzeitalters”
Seit den 1970er Jahren sorgte die Atomkraft für Unruhen in der Gesellschaft und der Politik. Die Atomkraft, oder auch Kernkraft genannt, ist als Methode der Energiegewinnung höchst umstritten. Vor allem durch Ereignisse wie Tschernobyl 1986 oder zuletzt Fukushima 2011, wird bei Reaktorunfällen oder Sicherheitslücken die ganze Tragik der Kernkraftnutzung bewusst. Die betroffenen Gebiete sind auf Jahrzehnte kontaminiert und unbetretbar. Menschen und Tiere haben kaum eine Chance eine radioaktive Bestrahlung ohne tödliche oder verheerende gesundheitliche Folgen zu überleben. Im Zuge dieser Unglücke waren die Bedenken gegenüber Kernkraftwerken
nicht mehr auszuräumen. Deshalb hat sich auch Deutschland bereits 2000 für den Atomausstieg (Energiewende) auf politischer Ebene engagiert. Die damalige rot-grüne Regierung Schröder traf eine Vereinbarung mit den vier großen Atomkraftbetreibern in Deutschland für eine langfristige Reduzierung der Atomenergie. Nach der Tragödie von Fukushima erhöhte sich der Druck auf die Regierungen weltweit und auch die deutsche Regierung mit Kanzlerin Angela Merkel entschied sich schnell zu handeln. Seit Juni 2011 wurden offizielle Änderungen im Atomgesetz verabschiedet, die eine stufenweise Beendigung bis zum Jahre 2022 vorsehen.
Welche Veränderungen bringt der Atomausstieg (Energiewende)?
Die politischen Befürworter der Kernenergie befürchten vor allem eine Abhängigkeit von energieproduzierenden Staaten wie Russland, da es derzeit nicht genügend alternative Energiemodelle in Deutschland gibt. Alternativen in der Energiewende wie Wind- und Wasserkraft, Sonnenergie, Geothermik (Erdwärme) oder Energiegewinnung aus Biomasse sind derzeit nicht ausreichend erprobt und vorhanden. Um die Diskrepanz der Energieverluste aus der Atomkraft aufzuwiegen, müssen diese Alternativen vorangebracht werden. Auch ein effizienterer Umgang mit Strom und die Förderung von Geräten mit niedrigem Stromverbrauch müssen als zusätzliche Strategien politisch bedacht und umgesetzt werden. Auch wenn sich Fürsprecher der Atomenergie immer wieder auf deren Klimafreundlichkeit berufen, sind weitere negative Effekte auf die Umwelt bekannt. So zum Beispiel die Zerstörung von ganzen Landstrichen, die der Uranabbau mit sich bringt.