Atomkraft und Atomkraftwerke
Die aktuelle Diskussion um Laufzeitverlängerungen und über den Einfluss der Atomlobby auf das als Energiemix bekannte Stromangebot in Deutschland, führt unweigerlich vor Augen, wie umstritten diese Energiegewinnung ist. Wurde sie von ihren Schöpfern in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als die Energie der Zukunft gepriesen, ist die Atomkraft heute umstrittener den je. Der Grund dafür ist nicht nur die relativ hohe Gefahr, die von Zwischenfällen in Atomkraftwerken ausgeht. Große Sorgen bereitet – Gegnern wie Befürwortern – die bis heute nicht geklärte Endlagerung der verbrauchten hochradioaktiven Brennstäbe.
Langfristige Kosten
In den Kosten, die für die reine Kilowattstunde (kWh) zu Buche schlagen, sind in der Regel nicht die Kosten enthalten, die beim Abbau, und der Anreicherung des Urans entstehen. Ebensowenig sind die Kosten für den Bau und die Sicherung der hochriskanten Atomkraftwerke miteingerechnet und auch nicht jene Ausgaben, die für den Transport und die Sicherung der Castortransporte entstehen. Wenig untersucht ist bisher ebenfalls, ob die erhöhte Leukämie-Anfälligkeit von Ortschaften, die es in der nähe von Atomkraftwerken auffällig angetroffen wird, auf Atomkraftwerke zurückzuführen ist. Die Kosten hierfür sind in den Gesamtkosten der Stromerzeugung nicht enthalten.
Geringer Wirkungsgrad
Im Gegensatz zu anderen Energieformen ist allein der Wirkungsgrad von Kernkraftwerken Grund genug dieser Art der Energieerzeugung kritisch gegenüber zu stehen. Denn: Nur zirka ein Drittel der erzeugten Atomkraft erreicht die Steckdosen der Endverbraucher, da die Effizienz von Kernkraftwerken im Vergleich zu anderen Kraftwerken relativ gering ist. Darüber hinaus ist der wirtschaftliche Einsatz von Atomkraftwerken nur durch enorme staatliche Subventionen möglich – Kosten also, die der Gesamtkostenbilanz der Kernenergie miteinfließen. Dennoch hat auch die Atomkraft ihre Daseinsberechtigung, wie die folgenden Gründe nahe zu legen scheinen.
Gründe, die für Atomkraft sprechen
Auch wenn die Frage der Endlagerung nicht abschließend geklärt ist und Endlager wie Asse ein eher negatives Licht auf diese Frage werfen und außerdem die Risiken der Atomkrafterzeugung nicht verharmlost werden dürfen, gibt es dennoch vor allem energiepolitische Gründe, die den Einsatz von Atomkraft rechtfertigen. Einer dieser Gründe ist beispielsweise die Unabhängigkeit von anderen fossilen und endlichen Energieträgern – wenngleich Uran ebenfalls eine endliche Ressource ist! Ein gewisses Pro kann der Atomenergie auf Grund ihres CO2-Neutralen Verhaltens zugesprochen auch wenn Gegner auch hier einwenden würden, dass für den Abbau riesige Flächen verwüstet werden, was diesen Vorteil wieder eliminiert. Die Unabhängigkeit von russischem Gas oder Erdöl wird übrigens nur augenscheinlich gegen einen anderen “sicheren” Energieträger eingetauscht. Denn: Ein Großteil des Urans stammt aus Russland.